Freiwilligendienste sind verbindliche, vertraglich geregelte Formen bürgerschaftlichen Engagements, die Menschen aller Altersgruppen nutzen können, um sich zeitlich befristet und besonders intensiv zu engagieren. Die Freiwilligenagentur berät interessierte Freiwillige und Einsatzstellen träger- und themenfeldübergreifend zu allen Freiwilligendienstformen und vermittelt an geeignete Träger von Freiwilligendiensten.

Allgemeine Informationen zum Bundesfreiwilligendienst
Mit Aussetzung der Wehrpflicht wurde der bisherige Zivildienst durch den Bundesfreiwilligendienst (BFD) abgelöst. Der Bundesfreiwilligendienst ist eine vertraglich geregelte Engagementform und ist als Bildungs- und Orientierungsjahr für Menschen über 16 Jahre in unterschiedlichen Lebenssituationen konzipiert. Der Einsatz kann in gemeinwohlorientierten Einrichtungen und Organisationen aller gesellschaftlichen Bereiche erfolgen, z.B. in Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen, in Kultur-, Sport- und Umweltvereinen, im Rettungsdienst und in Krankenhäusern erfolgen.
Hinweise zum BFD für Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre
  • abgeschlossene Schulausbildung ist Voraussetzung
  • Freiwilligendienst wird als Vollzeitdienst absolviert (40 Stunden pro Woche)
  • im Normalfall Dauer von 12 Monaten (Mindestdauer 6 Monate, Verlängerung auf max. 18 Monate möglich)
  • schriftlicher Vertrag zwischen dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) und dem/der Freiwilligem
  • Einsatzstellen müssen sich vom BAFZA anerkennen lassen
  • Bewerbungen erfolgen in der Regel über landesweite Freiwilligendienst-Träger
  • Start ist prinzipiell jederzeit möglich, abhängig von Kapazitäten der Träger und Stellenangebot
  • Zahlung von Taschengeld und evtl. Verpflegungskostenzuschuss an den Freiwilligen
    (je nach Trägerkalkulation bis zu 330 Euro pro Monat)
  • Kindergeldfortzahlung ist möglich
  • Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • verpflichtende Qualifizierungsangebote (ca. 1 Bildungstag pro Monat)
  • Zertifizierung
  • Einsatzstellen zahlen monatliche Einsatzstellengebühren an den Freiwilligendienst-Träger
    (Höhe ist abh. von Förderung und Trägerkalkulation)

Infoblatt zum BFD für Menschen bis 27 Jahre (PDF)
Übersicht über BFD-Träger in Sachsen-Anhalt (PDF)

Hinweise zum BFD für Menschen ab 27 Jahre
  • Freiwilligendienst ist auch als Teilzeitdienst möglich (mind. 20,5 Stunden pro Woche)
  • Taschengeld und evtl. Verpflegungskostenzuschuss an den Freiwilligen richtet sich nach wöchentlicher Engagementzeit
    (je nach Trägerkalkulation bis zu 330 Euro pro Monat, für ALG-II-Empfänger/innen bis zu 200 Euro anrechnungsfrei)
  • Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • verpflichtende Qualifizierungsangebote (ca. 1 Bildungstag pro Monat)
  • Zertifizierung
  • Einsatzstellen zahlen monatliche Einsatzstellengebühren an den Freiwilligendienst-Träger
    (Höhe ist abhängig von Förderung und Trägerkalkulation)

Infoblatt zum BFD für Menschen über 27 Jahre (PDF)
Übersicht über BFD-Träger in Sachsen-Anhalt (PDF)

Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr und anderen Jugendfreiwilligendiensten
Jugendfreiwilligendienste sind eine etablierte, verbindliche Engagementform für junge Menschen bis 27 Jahre. Neben sozialen Einsatzfeldern im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bieten sich Einsatzmöglichkeiten in der Kultur (FSJ Kultur), in der Politik (FSJ im politischen Leben), im Umweltbereich (FÖJ) oder in der Denkmalpflege (FSJ Denkmal).

  • abgeschlossene Schulausbildung ist Voraussetzung
  • Vollzeit-Freiwilligendienst (40 Stunden pro Woche)
  • im Normalfall Dauer von 12 Monaten (Verlängerung bis 18 Monate möglich)
  • Start ist prinzipiell jederzeit möglich, Bewerbungszyklen folgen aber oft dem Schuljahres-Rhythmus (Bewerbungen im Frühjahr für den Start im August/September)
  • Bewerbungen erfolgen in der Regel über landesweite Freiwilligendienst-Träger (die oft auch BFD-Träger sind)
  • schriftliche Vereinbarung zwischen Projektträger, Einsatzstelle und Freiwilligen
  • Zahlung von Taschengeld und evtl. Verpflegungskostenzuschuss (je nach Träger zwischen 250 und 350 Euro pro Monat) an den Freiwilligen
  • Kindergeldfortzahlung ist möglich
  • Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • verpflichtende (mehrtägige) Qualifizierungsangebote
  • Zertifizierung
  • Anerkennung als Vorpraktikum (z.B. für soziale Berufen) ist möglich
  • Einsatzstellen zahlen monatliche Einsatzstellengebühren an den Freiwilligendienst-Träger
    (Höhe ist abhängig von Förderung und Trägerkalkulation)

Infoblatt mit Trägeradressen zum FSJ im sozialen Bereich (PDF)
Infoblatt mit Trägeradressen zum FSJ im kulturellen, politischen und sportlichen Bereich (PDF)
Infoblatt mit Trägeradressen zum FÖJ und zum FSJ in der Denkmalpflege (PDF)

Weitere Informationen gibt es bei den jeweiligen FSJ-Trägern. Kontaktdaten und Bewerbungsunterlagen sind im Engagement-Portal zu finden.