Neben neun weiteren Initiativen und Projekten konnte sich auch die Freiwilligenagentur über einen der Hauptpreise beim Integrationspreise 2017 des Landes Sachsen-Anhalt freuen. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Gesellschaftshaus Magdeburg übergaben Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration 500 Euro Preisgeld an das Projekt „Neuland„, das Geflüchtete dabei unterstützt, ein passendes Engagement zu finden.

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Projektleiterin Marie Prikhodko nahm die Würdigung gemeinsam mit den Freiwilligendienstlern Anthony Niemann und Yazan Mahboub Alhara entgegen.

Insgesamt hatten sich gut 80 Vereine, Unternehmen, Theater, Institutionen und Personen mit ihren Projekten und Aktionen um den Preis beworben.

Ministerpräsident Haseloff während der Preisverleihung: „Es geht um die Integration von Menschen mit einer dauerhaften Bleibeperspektive. Dazu bedarf es einer gelingenden Integrationspolitik. Berufliche und lebensweltliche Eingliederung müssen zusammengedacht werden. Gefordert sind neben Realitätssinn auch Phantasie und Mut. Auch die Zuwanderer müssen sich aktiv an der Integration beteiligen. Wir müssen neue Wege gehen. Und  die Richtung geben viele erfolgreiche Projekte im Land vor.“

Auch Staatssekretärin Möbbeck würdigte in ihrer Begrüßungsrede das vielfältige Engagement für Teilhabe und Integration: „In Sachsen-Anhalt engagieren sich viele tausend Menschen mit menschlicher Zugewandtheit und unermüdlichem Einsatz für neuankommende Geflüchtete und für ein gelingendes Zusammenleben. Dieses Engagement verdient eine Würdigung!“

Insgesamt wurden in drei Kategorien Preise vergeben.

Kategorie „Sprache, Ausbildung und Arbeit – Schlüssel erfolgreicher Integration“

In der Kategorie „Sprache, Ausbildung und Arbeit“ werden Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Vereine gewürdigt, die sich für die sprachliche Bildung, Qualifizierung und berufliche Integration von Zugewanderten einsetzen. In dieser Kategorie wurden zwei zweite Preise mit je 500 Euro Preisgeld sowie ein erster Preis mit 1.000 Euro vergeben.

Den ersten Preis erhält in dieser Kategorie die Berufsbildende Schule Hermann Beims Magdeburg, die mit einem innovativen Konzept der Berufsorientierung und viel Engagement die Berufsintegration von jungen Migrantinnen und Migranten unterstützt.

Der zweite Preis (500 Euro) geht an die Initiative „Staßfurt initiativ e.V.“. Das von dem Verein durchgeführte Projekt „Start-up Inkubator für Geflüchtete und Einheimische“, das die sprachliche wie berufliche Qualifizierung von Geflüchteten stärkt, wurde von der Jury als besonders innovativ und nachhaltig angesehen.

Einen weiteren zweiten Preis (500 Euro) erhält das Deutsches Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V., in dessen Projekt „Integrativer Ort BauDENKMAL!“  Menschen verschiedener Herkunft Kulturgüter behutsam wieder instand setzen und handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Integration, zum Abbau von Vorurteilen und zum interkulturellen Austausch.

Kategorie „Integration durch Kultur und Sport“

In der Kategorie „Integration durch Kultur und Sport“ werden Initiativen, Theater und Vereine gewürdigt, die Weltoffenheit und Vielfalt durch gemeinsames kulturelles oder sportliches Engagement leben.

Den ersten Preis (1.000 Euro) erhält das Internationale Sport- und Kulturzentrum Halle e.V., das im Stadtviertel Halle-Neustadt 170 Kindern und Jugendlichen, von denen 80% einen Migrationshintergrund aufweisen, sportliche Betätigung ermöglicht. Neben den Sportangeboten werden durch gemeinschaftliche Aktivitäten Werte wie Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit vermittelt und Deutschkenntnisse verbessert.

Der mit 500 Euro dotierte zweite Preis geht an den Lokalrundfunk Harz-Börde-Welle e.V., dessen wöchentliche Sendung „Radio Salām“ zum Dialog der Kulturen und zur Teilhabe von Geflüchteten beiträgt. In der von einer multikulturellen Redaktion produzierten Sendung wird in Deutsch und Arabisch über regionale Themen, deutsche und arabische Sprichwörter, Sprachlektionen und Bräuche berichtet.

Ein weiterer zweiter Preis (500 Euro) wurde an das Theater der Altmark für das Bühnenwerk „Geisterstadt, ich umarme dich“ vergeben. An der Produktion des im September 2017 in Stendal uraufgeführten deutsch-arabischen Theaterstückes beteiligten sich 20 Menschen verschiedener Herkunft.

Kategorie: „Teilhabe von Zugewanderten“

In der Kategorie „Teilhabe von Zugewanderten“ werden innovative Formate der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe ausgezeichnet.

In dieser Kategorie wurde der 1. Preis (1.000 Euro) an das „Haus Albatros“ des AWO Kreisverbandes Wittenberg e.V. vergeben, das mit einer breiten Palette an Unterstützungsangeboten die schulische, gesellschaftliche und berufliche Integration von Neuankommenden individuell unterstützt.

Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt die Freiwilligenagentur Magdeburg für das Projekt „Neuland“, mit dem das Engagement und damit die Teilhabe von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund gestärkt werden soll. Seit Beginn des Projekts im April 2016 haben sich mehr als 170 Menschen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Bereichen (Soziales, Bildung, Kultur, Sport, Umwelt) engagiert.

Sonderpreise

Neben der Preisvergabe in den drei genannten Kategorien wurden durch die Jury zwei mit 500 Euro dotierten Sonderpreise ausgelobt, um die besondere Bedeutung des Engagements für die traumapädagogische und sozialpsychologische Betreuung hervorzuheben.

Mit einem Preisgeld von 500 Euro wird die Initiative „TraumaHelfer Wittenberg“ an der SALUS-Klinik Wittenberg geehrt, die einen an der Universität Regensburg entwickelten Ansatz zur Ausbildung von ehrenamtlichen Traumahelfern in der Region Wittenberg umsetzt. Diese wichtige  Arbeit soll den betroffenen Menschen helfen, psychische Traumatisierungen und damit einhergehenden Integrationsschwierigkeiten zu begegnen.

Ein weiterer Sonderpreis in Höhe von 500 Euro wird an die St. Johannis GmbH, für das Psychosoziale Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ), ausgereicht. Das PSZ unterstützt bereits seit vielen Jahren die Integration von psychisch erkrankten Geflüchteten durch psychotherapeutische Stabilisierung ihrer gesundheitlichen Situation und durch Stabilisierung ihres Umfeldes und ist in Sachsen-Anhalt unverzichtbar geworden.

Außerdem würdigte die Jury 19 Ehrenamtliche für ihren individuellen Einsatz in der Migrationsarbeit stellvertretend für die vielen Engagierten im Land.